Tauchen – nicht Tanken

Eine ehrenwerte Pionierarbeit

Still ruht der See. Eben noch gluckerte es. Immer dort, wo gerade die Taucher den Malchower See durchkämmen und erbarmungslos alles ans Licht bringen, was „liebe Mitbürger“ entsorgt haben – Gerümpel, Schrott, Müll. Damit die Gewässer wieder sauber werden, greifen die Jungen Tauchpioniere aus Lichtenberg mit ihren Aktionen Senat und Bezirken unter die Arme. Das tun sie jedes Jahr einmal. Begonnen hat es 2002 mit dem Obersee, auch den Weißen See und den Habermannsee nahmen sie sich vor. Was sie am 2. Juni aus dem Malchower See fischen – ein paar Autoreifen, Holzpaletten,l Rohre, Schubkarre, Kleinmüll … Sie winken ab: „Harmlos!“ Und der Tresor da? „Leer. Leider!“ Der Container ist kaum halbvoll. Woanders, sagen sie, hätten sie schon ganz andere Mengen herausgefischt.
Der Verein gründete sich 2000. Da die Mitglieder ihre gemeinnützige Arbeit als Pionierarbeit betrachten, wollten sie sich „Junge Tauchpioniere in Berlin e.V.“ nennen. Da erfuhren sie, in Sachsen seien junge Leute verhaftet worden, weil sie sich mit verfassungsfeindlichen Symbolen gezeigt hätten. Mit FDJ-Hemden!! – Nein, auf diese Art abtauchen wollten Mischa, Jürgen und die anderen Unterwasserpioniere nun wirklich nicht. Nachdem sie sich mühselig zu kompetenten Beamten beim Berliner Verfassungsschutz durchgefragt hatten, gab es grünes Licht.
Ja, so sind sie, gründlich und hartnäckig. Heute hat der Verein 30 Mitglieder zwischen 10 und 50 Jahren, auch die Quote stimmt. Jeden Montagabend treffen sie sich in der „Dicken Paula“ in der Möllendorfstraße. Und selbst am Taucherstammtisch bleiben sie ihrem Motto treu: Tauchen – nicht Tanken!
– dari –

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