Ein Held macht sich auch die Hände schmutzig

Hobby-Taucher und B.Z.-Leser zogen kiloweise Schrott aus dem Fennpfuhl in Lichtenberg

Beim Motorrad mussten dann wirklich alle anpacken: Mit vereinten Kräften stemmten die Hobby-Taucher und ihre Helfer das mit Schlamm überzogene Gefährt aus dem morastigen Wasser.

„Das hat dem Ganzen die Krone aufgesetzt“, sagt Jürgen Köhler (47). Der Taucher hatte mit seinen Kollegen von den „Jungen Tauchpionieren“ den außergewöhnlichen Aufräum-Einsatz im Lichtenberger Fennpfuhl organisiert. In der B.Z. hatten sie um Hilfe der Berliner Helden gebeten – und die war auch bitter nötig: „Jede Menge Einkaufswagen und Fahrräder, drei Kaugummi-Automaten, Autoreifen, aufgebrochene Geldkassetten aus Spielautomaten und sogar ein geknackter Tresor“, zählt Köhler nur einiges von dem auf, was er und neun andere Taucher aus dem Wasser gezogen haben.

Vom Ufer musste der ganze Schrott dann zum eigens aufgestellten Container geschleppt werden. „Das hätten wir ohne die vielen Helfer gar nicht geschafft“, sagt Köhler, der selbst die meiste Zeit im Wasser war.

Auch Viktor Felski (50) hatte keine Scheu, sich die Hände schmutzig zu machen. Er wuchtete ein Fundstück nach dem anderen ans Ufer. „Ich habe in der B.Z. von der Aktion gelesen. Und da ich gut zupacken kann, dachte ich, da bin ich richtig“, sagt der gebürtige Russland-Deutsche aus Moabit, der seit 17 Jahren in Deutschland lebt.

Dank ihm und rund 20 weiteren Helfern war der 10 Kubikmeter fassende Container am Nachmittag heillos überladen. Das beeindruckte auch Bezirksbürgermeisterin Christina Emmrich (62, Linke), die am Fennpfuhl vorbeischaute, um die vielen Berliner Helden zu unterstützen.

Mit dem Motorrad fuhr übrigens niemand nach Hause. „Angesprungen ist es leider nicht mehr“, schmunzelt Köhler.

Wer selbst Taucher ist und sich für die Aktivitäten der Jungen Tauchpioniere interessiert, meldet sich bei Jürgen Köhler unter Tel: 0172/ 322 66 26.

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