Die Helden, die aus der Tiefe kommen

Hobby-Taucher säubern am Sonnabend den Lichtenberger Fennpfuhl – und brauchen Hilfe.

Am schlimmsten war der Obersee in Alt-Hohenschönhausen. „Da haben wir Zigarettenautomaten, Schlitten, Klobecken, Parkbänke und etliche Fahrräder rausgezogen“, erzählt Hobby-Taucher Jürgen Köhler (47). Was ihn am Sonnabend erwartet, weiß er nicht. Doch er ist sicher: „Die Container werden voll.“

Junge Tauchpioniere e.V.

Junge Tauchpioniere e.V.

Denn Köhler, hauptberuflich Werbe-Vermarkter, weiß aus Erfahrung: Am Grunde von jedem noch so idyllischen Hauptstadt-See liegen Unmengen Schrott. Deshalb säubern er und seine Kollegen von den „Jungen Tauchpionieren“ einmal im Jahr ein Berliner Gewässer – in ihrer Freizeit und ohne einen Cent zu bekommen.

Dieses Jahr fiel die Wahl auf den Fennpfuhl in Lichtenberg. Das freut besonders Tauch-Pionier Matthias Weidenbrück (40), der hier im Kiez aufgewachsen ist. „Als 12-Jähriger habe ich hier gebadet, da war das Wasser noch ganz klar“, erzählt der Kaufmann.

Helfer gesucht, die den Schrott aus dem See entsorgen

Der See war ursprünglich eine Kiesgrube, aus der das Material für die Plattenbauten geholt wurde. Dann entstand um ihn herum ein Park, in dem die Anwohner gerne spazieren gehen – nur schwimmen mag im Fennpfuhl heute niemand mehr. Das werden wohl auch die Jungen Tauchpioniere nicht ändern, aber sie können wenigstens dafür sorgen, dass man wieder gerne aufs Wasser schaut.

Alles ist vorbereitet: Nach einigem bürokratischen Hin und Her mit dem Bezirksamt schaltete sich Lichtenbergs Bürgermeisterin Christina Emmrich (62, Die Linke) persönlich ein und stellte zwei große Container zur Verfügung. „Wir brauchen dringend noch Helfer, die das ganze Zeug, das wir aus dem Wasser ziehen, zu den Containern bringen“, sagt Jürgen Köhler.

Er wird gemeinsam mit rund einem Dutzend Tauch-Kollegen im maximal 16 Grad warmen See stehen und auf dem Grund nach Unrat tasten, denn sehen kann man in dem morastigen Wasser kaum etwas. Am Ufer stehen dann hoffentlich viele Berliner Helden, um die Fundstücke in Empfang zu nehmen.
Wer bei der Säuberungs-Aktion helfen möchte, sollte am Sonnabend, 29. Mai, um 9.30 Uhr, zum Fennpfuhl kommen. Treffpunkt ist am Parkeingang vom Weißenseer Weg aus. Auch Taucher mit eigener Ausrüstung sind willkommen!

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